Die Kieler Woche, 20. bis 25.06.2010
Aufgrund der besonderen Umstände, in denen sich unsere geliebte Heimatstadt momentan befindet, gibt es heute eine besondere Sonderausgabe des Kieler Hungers. Fünf Wochentage innerhalb der Kieler Woche, das bedeutet fünfmal mittags vor die Tür und ans Wasser bzw. in die Stadt. Hier nun ein kurzes, subjektives und keinesfalls erschöpfendes Resümee der Erlebnisse.
Einzweidreimal fand man sich an der Reventloubrücke an einem Stand ein, der gebratene Asia-Nudeln anbietet. Mit fünf Euro kein Schnäppchen, aber wirklich sehr lecker, mit zig Saucen zum Selberverwürzen und höchstens einem halben Fingerbreit Fett unten in dem Karton. Ein weiterer Stand, zwischen Landtag und Pennekamp gelegen, bietet unter anderem einen sogenannten Seniorenteller an: Eine Riesenportion leckeren Krustenbratens, Schupfnudeln mit Gemüse, Zwiebeln, Champignons, Krautsalat und wahlweise Knoblauch- oder Kräutersauce. Dazu gibt es 0,2l Softdrink, das Ganze zum Schnäppchenpreis von 6,50 EUR. Viel und gut und lecker.
Die Woche fand ihren Höhepunkt schließlich auf dem internationalen Markt. Teilweise war es der Unentschlossenheit geschuldet, teils aber auch der Tatsache, dass einiges noch nicht fertig war, dass man zunächst auf den guten alten dänischen Hot-Dog zurückgriff. Der war gut. Dann gab es noch ein ebenfalls dänisches Steak mit Zwiebeln im Brot, das war auch richtig lecker. Lobend erwähnt muss hier noch werden, dass es hierzu ein kleines Freibier gab, was aber höchstens minimal zur Kaufentscheidung beigetragen hat. Interessant an dieser Stelle noch zu erwähnen, dass die Schupfnudeln mit Gemüse an diesem Stand (eine dänische Spezialität?) exakt so aussahen, wie die am Vortags-Stand am Wasser. Zum krönenden Abschluss gab es noch einen ohne-den-geht-keine-Kieler-Woche Germknödel bei unseren österreichischen Nachbarn. Fantastisch. Definitive Empfehlung.
Total außer der Reihe, weil nicht mittags, aber dennoch verwandt, weil kulinarisch und deshalb erwähnenswert: Die Pommes auf der Krusenkoppel. Sehr lecker, sehr frisch und sehr energiespendend nach einem anstrengenden Tag zwischen Hüpfburgen, Hämmern und Staunen.
Asia Imbiss Ringstraße, 18.06.2010
Mittagstisch: um die 6,— EUR
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Auf Arne musste leider verzichtet werden, daher auch erst heute der Bericht. Man quälte sich vom Niemannsweg in die Ringstraße und zurück und war ungefähr eine geschlagene Stunde unterwegs, was erklärlicherweise sowohl auf die Stimmung als auch auf die Wärme der Speisen drückte. Der Asia-Imbiss Ringstraße ist im Grunde eine Mischung aus Restaurant und Imbiss, hinten durch im geräumigen Speisesaal kann man prima sitzen und die günstigen Speisen genießen. Ansonsten? Hat das Ganze einen gewissen Charme, wenn man da an der Kasse steht und vor den eigenen Augen werden die Speisen in familiärer Atmosphäre und reichlich Fett zubereitet.
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Was gab’s?
Es gab Nasi Goreng und gebratenen Reis. Ja, das ist dasselbe. Wieder was gelernt. Dann noch Schweinefleisch süß-sauer und zu guter Letzt gebratene Nudeln mit Hähnchen. Dazu noch zwei obligatorische Portionen Mini-Frühlingsrollen, deren sonst immer leckere Sauce diesmal aber leider irgendwie nach Spüli schmeckte. Merkwürdig. Davon abgesehen war alles lecker wie immer, die Portionen sind auch stets reichlich.
Der Gewinner der Woche: KW24
Die Abstimmung ist geschlossen und es geht zum Asia Imbiss in die Ringstraße, danach Fußball!
Für nächste Woche geht es asiatisch weiter, es rutscht das Sri Thai in die Abstimmung, es stehen dann somit zur Wahl: El Paso, Galileo, Sri Thai
enVito, 11.06.2010
Mittagstisch: ab 4,60 EUR
kleines Hefe (0,3l): 2,20 EUR
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Da man heute auf die idyllisch gelegene Außenterasse auswich, lässt sich über das Interieur wenig sagen, das enVito scheint aber sehr loungig-chillig mit reichlich Platz eingerichtet zu sein. Die Nähe zur Uni scheint auch den Inhalt der Karte und die konzeptionell-strategische Ausrichtung zu bestimmen, richtig abheben tut sich das enVito nicht vom allgemeinen Kneipenrauschen rund um die Uni. Die Mittagstischkarte macht einen guten Eindruck – ein täglich wechselndes Mittagsgericht wird mit einer festen Auswahl von Mittagsgerichten zu absolut humanen Preisen angeboten.
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Was gab’s gegen den Hunger?
Zunächst gab’s für die Mittagstischler eine Vorsuppe, dies war eine durchaus leckere Curry-Früchte-Hühnchenfragment-Suppe. Leider gab es dann kein Gulasch, auf das sich mindestens Arne sehr gefreut hatte. Das war aus, oder vielmehr „out“, wie man hier sagt. Stattdessen gab’s exotisch belegte Pizza (mit Hackfleisch, Zucchini, Zwiebeln und Paprika), die war riesig und mit 4,60 EUR echt günstig, geschmacklich aber eher im durchschnittlichen Segment anzuordnen. Die in Olivenöl gebadeten Farfalle sind fast immer gut, so auch hier, es hätten aber geschätzt ungefähr 20% mehr sein können („Und, was essen wir jetzt?“). Der Cheeseburger aus der regulären Karte war groß und viel und gut, die Chicken Crossies aus derselben waren ein wenig zu kneipig. Insgesamt sind die Preise erfreulich niedrig, die Spezi prickelte vorbildlich und die nette Bedienung rundete den Besuch im enVito ab.
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Nachtrag
Eines bleibt noch zu erwähnen und mit einem Ausrufezeichen zu versehen: Zum Mittagstisch gibt es einen kleinen Drink (Wasser oder zwei Sorten Brause) zum freundlichen Einsteigerpreis vom 1,20 EUR. Chapeau!
Der Gewinner der Woche: KW23
Die Abstimmung ist geschlossen und es geht in’s envito.
Für nächste Woche rutscht der Asia Imbiss in der Ringstraße in die Abstimmung, es stehen dann somit zur Wahl: El Paso, Galileo, Asia Imbiss.
Wiker Post, 04.06.2010
Cordon Bleu: 6,50 EUR
kleines Pils (0,4l): 2,45 EUR
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Die Wiker Post ist einfach eine Reise wert. Ist ihr ursprünglicher Namensgeber auch schon lange wegrationalisiert und zur zeitgemäßen Kita umfunktioniert worden, wehrt sie sich standhaft seit scheinbar mehreren Jahrzehnten gegen innenarchitektonischen Modehype und widersteht kurzlebigen kulinarischen Strömungen ebenso wie dem allgemeinen Jugendwahn. Manch gut gemeintes Projekt sorgt angestrengt in sozialen Brennpunkten dafür, die jungen Leute von der Straße zu holen, die Wiker Post tut selbiges mit spielerischer Leichtigkeit für die Generation ab 70. Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein.
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Vatter, nu komm:
Irgendwie scheint es hier auch Stammessen für 4,50 EUR zu geben, es wurde jedoch ausschließlich in die reguläre Karte geguckt, man will ja auch nichts falsch machen … Bemerkenswert ist zunächst, dass ein kleines Pils beachtliche 0,4 l Holsten Edel beherbergt, dafür aber nur 2,45 EUR kostet, anderswo gibt’s dafür gerade mal eine kleine Spezi.
Ursprünglich wurde ein Entenschenkel mit Rotkohl bestellt, hier wurde jedoch darauf hingewiesen, dass dieser eine halbe Stunde dauern würde. Daraufhin wurde sich umentschieden, so dass man bereits nach gefühlten 29 Minuten in den Genuss des Essens kam. Es gab zweimal Cordon Bleu. Sowas lohnt sich wahrscheinlich einfach nicht, selber zu machen und kommt tiefgefroren an, war aber durchaus OK. Die Bratkartoffeln waren richtig lecker. Dann gab es noch ein Schnitzel in Pilzrahmsauce, das eigentlich zwei Schnitzel war und ebenfalls Bratkartoffeln, das war gastwirtlich. Die Currywurst mit Pommes verdiente sich ein OK. Gaststar Uwe, der uns heute zum vorletzten Mal vor seinem Umzug nach Bankfurt beehrte, genoss ein Gulasch, das eigentlich drei Portionen war und war schlichtweg begeistert, nicht zuletzt ob der Zartheit des Fleisches.
Alles in allem darf man hier keine kulinarischen Extravaganzen erwarten, das Essen wirkt sehr selbstgemacht aber durch die Bank OK bis lecker.
Der Gewinner der Woche: KW22
Unsere Lena heißt Wiker Post: Sowas hat’s noch nie gegeben, mit 81,3% zum absoluten Rekordhalter gekürt! Respekt!
Für nächste Woche rutscht das Galileo in die Abstimmung, es stehen dann somit zur Wahl: El Paso, enVito, Galileo.

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